Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

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Implantatallergie

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Als Allergie wird eine erworbene überschießende Reaktion des Immunsystems auf bestimmte und normalerweise harmlose körperfremde Substanzen (Allergene) bezeichnet, die sich in typischen, durch entzündliche Prozesse ausgelösten Symptomen äußert. In der heutigen Bevölkerung wird die Allergie/Hypersensitivität auf metallische Bestandteile oder auch Knochenzement in der Endoprothetik auf bis zu 4% eingeschätzt. 

Im Rahmen einer Prothesenversorgung können sich Unverträglichkeiten gegen Prothesenbestandteile und gegen verschiedene Komponenten richten:

Nickel oder Chrom sind in fast allen orthopädischen Implantaten aus Edelstahl bzw. Kobalt-Chrom-Legierungen enthalten. Eine Sensibilisierung des Immunsystems gegen Metallionen ist Voraussetzung für die Entstehung einer Implantatunverträglichkeit. Ein wichtiger Faktor für die Entstehung einer Unverträglichkeit ist die Menge der Teilchenbildung (Metallionen), sowie die Freisetzung und Verteilung der Metallionen. Entsprechend haben Korrosions- und Verschleißverhalten des Implantatmaterials maßgeblichen Einfluss auf die Entstehung einer Überempfindlichkeitsreaktion. Diese tritt in der Regel nach einem beschwerdefreien Intervall auf. Durch Aktivierung verschiedenster Zellen des Immunsystems kommt es schließlich zu einem verfrühten Verlust der Prothese.

Obwohl statistisch lediglich ein geringer Teil der Patienten solch eine Überempfindlichkeit entwickelt (die Zahlen liegen je nach Autor unter 1% oder zwischen 1 und 4%), wird in unserem Hause sehr viel Wert auf die Diagnostik und Behandlung von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Prothesen gelegt. Liegt eine nachgewiesene Allergie auf Prothesenbestandteile vor, so können die Patienten mit speziellen Prothesen aus Titan (Hüfte) oder Implantat-Beschichtungen (Knie) versorgt werden. Vollkeramische Prothesen sind derzeit noch in der klinischen Erprobung. Bevor an eine Implantatallergie gedacht wird, sollten allerdings andere Ursachen der Beschwerden, wie Infektionen, mechanische Probleme oder Fehlpositionierungen ausgeschlossen werden.

Hauttest´s (Epikutantest´s) zeigen keinen eindeutigen Zusammenhang zur Reaktion eines Gelenkes auf das Implantat, so dass auch eine Hauttestung auf eine Metall- oder Zementallergie keinen 100%-igen Hinweis geben kann. Deshalb ist es im Zweifelsfall erforderlich, eine Gewebeentnahme aus dem betroffenen Gelenk durchzuführen, um hier die entsprechende Sicherheit herbei zu führen. Im Falle einer Allergie sind in diesen Geweben gehäuft Lymphozyteninfiltrate zu erkennen.

Beschichtete KnietotalendoprotheseDiffuse Lymphozyteninfiltration in der GelenkkapselOsteolyse um einen Prothesenschaft (Pfeile)

Letzte Änderung: 27.07.2015 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
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