ORTHOPÄDISCHE UNIVERSITÄTSKLINIK

Knie-Prothesen-Implantation mit Roboter

 

Ansprechpartner

  • Prof. Dr. med. C. H. Lohmann
  • Prof. Dr. med. C. Stärke

 

Spezialsprechstunde:            Mittwoch: 12:00 – 15:00 Uhr

Kontakt:                                Tel.: 0391-67-14050

Email:                                    roboter-orthopaedie@med.ovgu.de

 

Unsere Kniegelenke sind komplexe Gebilde. Ungerade Beinachsen, die Rotationen der einzelnen Komponenten sowie daraus resultierende Ungenauigkeiten bei den Knochenschnitten sind spezifische und bekannte Herausforderungen am Operationstisch. Eine minimale Fehlstellung der zu implantierenden Knieprothese, sei es nur um wenige Millimeter, kann unter Umständen zu fortdauernden Beschwerden führen. In Deutschland werden jedes Jahr mehr als 180.000 künstliche Kniegelenke eingesetzt. Etwa 20 - 30 % der Betroffenen sind danach mit dem Kunstgelenk unzufrieden. Die Ursache der Beschwerden ist in vielen Fällen eine Fehlstellung der eingesetzten Prothese.

 

Mit einem semi-aktiven Roboter zum künstlichen Kniegelenk

Ab November 2020 setzt das orthopädische Team um Prof. Lohmann auf die Unterstützung eines semi-aktiven Roboters namens ROSA© im Operationssaal und erweitert das umfangreiche Behandlungsangebot in der Endoprothetik des Knies, um diese Innovation als erste Universitätsklinik für Orthopädie in Deutschland und als erste Klinik in Sachsen-Anhalt überhaupt. Auch bundesweit gehören wir so zu den medizinischen Vorreitern auf diesem Gebiet, denn in ganz Deutschland bieten derzeit nur 15 Kliniken die OP mit einem roboterassistierten Eingriff überhaupt an.           

Knie OP mit Roboter Rosa       Rosa Knie Roboter


Mit der robotergesteuerten Unterstützung wird dann das künstliche Kniegelenk millimetergenau eingesetzt, und die erforderliche Herstellung der geraden Beinachse im Kniegelenk sowie die korrekten Rotationen der Prothesenkomponenten kann dann sichergestellt werden.

 

Wie läuft die Roboterassistierte Knieprothesen-Operation ab?

Diagnostik / Untersuchungen am Knie

Bei der klinischen Untersuchung zeigt sich oftmals eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Knies. Häufig sind auch eine Kraftminderung oder auch Blockierungen nachweisbar. Bei der Untersuchung sind Reibphänomene, sogenannte "Krepitationen", auffällig.

Durch Röntgenaufnahmen kann das Ausmaß des Gelenkverschleiß sicher diagnostiziert werden. So lässt sich bei hochgradigen Gonarthrosen ein aufgehobener Gelenkspalt und eine Randzackenbildung (Knochenanbauten, "Osteophyten") sowie Achsfehlstellung nachweisen. Sollte der Verdacht auf zusätzliche Schäden im Bereich der Kniebinnenstrukturen bestehen, helfen die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) oder Kernspintomographie (MRT) bei der Abklärung.

So werden die individuellen Voraussetzungen Ihres Knies präoperativ im Vorgespräch durch unser Ärzteteam geprüft. 

 

Beispielhafte Röntgenbilder vor und nach Implantation einer Persona Knie-Prothese mit Roboter

Röntgenbild vor OP von vorn Röntgenbild vor OP von seitlich
   a) präoperative Röntgenbilder des kranken Knies in 2 Ebenen
Röntgenbild nach OP von vorn Röntgenbild nach OP von seitlich
   b) nach Implantation der Knie-Totalendoprothese angefertigte Röntgenaufnahmen

  

Operationstechnik mit Roboter

Vor dem Einsatz eines Kniegelenks mit Roboter-Unterstützung wird das Knie mithilfe von Röntgen-Aufnahmen vermessen. Am Computer fertigen die Operateure dann eine digitale Planung an.

Im Operationssaal werden sogenannte Tracker an Ihrem Knie angebracht - die Navigationseinheit erkennt sie und überträgt die räumliche Kniestellung sowie die geplanten Knochenschnitte an den Roboter.

Der Roboter besteht aus einem Arm, an dem Werkzeuge zur Bearbeitung des Knochens befestigt werden können. Der Chirurg führt dabei die Säge/Fräse selbst mit seinen Händen und besitzt jederzeit die Kontrolle über das Instrument. Der Roboter aber definiert millimetergenau die Schnittebene und die Grenzen, in denen die Säge/Fräse geführt wird. Dadurch wird ein falsches Sägen verhindert und die umgebenden Strukturen, wie Nerven, Gefäße oder Bänder geschützt.

Am Ende der Knie-Operation kann durch die Kontrollfunktion des Systems noch einmal die geplante Prothesenposition und die korrekte Stabilität im Gelenk überprüft und auch dokumentiert werden. Dadurch wird die Operation sehr viel reproduzierbarer und auf Ihre individuelle Situation zugeschnitten.

 

Behandlung nach Knie-OP

Persona Knieprothese

Die Orthopädische Universitätsklinik bietet das ROSA-Verfahren ohne Zuzahlung für gesetzlich versicherte Patienten oder Privatpatienten bei Knieprothesenimplantation an. Als Universitätsklinik wünschen wir uns auch nach der Operation ambulanten Kontakt und die Teilnahme an Beobachtungsstudien. Die Entscheidung über den Einsatz hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. Das ROSA-Verfahren kommt hierbei nicht für alle Patienten in Frage, insbesondere wenn Spezialprothesen erforderlich sind, die mit anderen Implantaten versorgt werden müssen. Auch hier bieten wir alternative OP-Verfahren und technische Hilfen an.  

Jede Operation verlangt eine genaue Überprüfung und ein persönliches Kennenlernen. Dazu müssen Sie sich persönlich in einer vorbereitenden Sprechstunde zum Vorgespräch und ausführlichen Erläuterungen vorstellen.

 

Nachbehandlung - Wie geht es nach der Operation weiter?

Ihre Behandlung ist an unser etabliertes Rehabilitationsprogramm angeschlossen, und Sie werden, wie bei einer normalen Knieprothesen-Operation, auf dem Weg zu einer raschen Genesung durch uns stationär und ambulant intensiv begleitet. Der Behandlungspfad ist so angelegt, dass Sie bereits früh nach einer Operation wieder aufstehen und laufen können. 

 

Vorteile der Roboter-OP

  • Außergewöhnlich hohe Präzision
  • größere Patientensicherheit
  • bessere Beweglichkeit des Kniegelenkes und schnellere Mobilisierung
  • weniger Schmerzen mit einer kürzeren Aufenthaltszeit im Krankenhaus
  • schnellere Erholung und Rückkehr in Alltagstätigkeiten

  

Risiken der Roboter-OP

Wissenschaftliche Studien zeigten eine hohe Reproduzierbarkeit und extrem geringe Fehleranfälligkeit. Es wurden bereits zahlreiche positive Effekte nachgewiesen, wie beispielsweise ein geringeres Risiko für Revisionsoperationen und eine schnellere Rehabilitation oder geringeren postoperativen Schmerz. Robotergestützte Systeme werden nicht nur in den USA seit über 10 Jahren eingesetzt. Für die ROSA-Knieprothesenoperation gelten ähnliche allgemeine Risiken, wie bei anderen Operationen auch.

  

Statement Prof. Dr. med. C. H. Lohmann

„Als modernes innovatives Universitätsklinikum wollen wir unseren Patienten die bestmögliche und qualitativ hochwertigste medizinische Versorgung bieten. Mit Blick auf die Digitalisierung kommen dabei immer mehr medizinische Innovationen zum Einsatz, die das Beste des Menschen mit dem Besten der Künstlichen Intelligenz verknüpfen. Die Landesregierung Sachsen-Anhalt und das Universitätsklinikum legen größten Wert darauf, die Kliniken fit für die Zukunft zu machen und war deshalb bereit, dieses medizinische Leuchtturmprojekt für Sachsen-Anhalt zu ermöglichen. Dafür danke ich den Mitwirkenden sehr! Entscheidungen wie diese machen einmal mehr deutlich, dass eine sehr gute medizinische Versorgung der Bevölkerung hohe Priorität hat. Mit dem Einsatz des ROSA in der Gelenkersatzchirurgie werden wir diesem Anspruch sicher gerecht“ betont Prof. Dr. med. C. H. Lohmann.

 

News: Die Universitätsmedizin Magdeburg erweitert ihr technologisches Equipment um ein weiteres Roboter-System

News: Künstliches Kniegelenk: Erste Klinik in Sachsen-Anhalt mit OP-Roboter

Letzte Änderung: 23.02.2021 - Ansprechpartner:

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